AG PRO-Plänterwald eine Bürgerinitiative zur Bewahrung des Plänterwaldes!

Es handelt sich um das citynächste Waldgebiet Berlins, das zusammen mit dem Treptower Park, der Insel der Jugend, Altstralau und dem Rummelsburger See eine unverwechselbare identitätsstiftende Berliner Spreelandschaft bildet. Seit Jahrzehnten haben die Berliner nicht nur aus Treptow, Neukölln und Kreuzberg von diesem naturnahen Raum Besitz ergriffen, der gleichzeitig mit der Archenholdsternwarte, dem Sowjetischen Ehrenmal, der Gaststätte Zenner und dem Treptower Hafen zu Bildung, Besinnung und Naherholung einlädt. Diese Landschaft soll so genutzt werden, dass ihre Schönheit bewahrt wird und auch kommende Generationen die Möglichkeit haben, hier echte Natur zu erleben und sich dabei zu erholen.



foto Stefan Mocker
In jeder Jahreszeit zeigt sich unser Plänterwald in seiner natürlichen Unverwechselbarkeit. Dazu gehört Werden und Vergehen. Eine große Birke brach unvermittelt - oder im Sturm - in sich zusammen und stürzte auf einen Pfad. Niemand kam zu Schaden, aber ein Besuch in der Natur verlangt immer auch wache Sinne und Vorsicht. Und verlangt unser Bemühen, Schäden, die durch menschliches Zutun entstanden sind, zu erkennen und zukünftig zu vermeiden. Bisher haben wir den Plänterwald vor einem großen Rummel bewahrt. Neue Pläne für den Spreepark scheinen eher machbar, obwohl die Stadtplaner vom Tiefbau in Treptow-Köpenick noch immer einen Ausbau des Dammweges zur vielbefahrenen Stadtstraße mit Fußweg jetzt bei Tempo 30 statt bisher Tempo10 erzwingen und im Bebauungsplan festschreiben wollen. Selbst Gespräche mit Bürgern werden bisher abgelehnt.




Die Nachverdichtungspläne für Plänterwald waren nicht vom Tisch, aber es zeichnete sich ein Kompromiss ab, der zumindest für den großen Orionhof den Erhalt des in Jahrzehnten gewachsenen einzigartigen Grünraums vorsah. Es war vereinbart, einen Flächentausch vorzunehmen. Formal musste aber die Baugenehmigung für das Ursprungsprojekt erteilt werden, weil sonst auch die anderen Blöcke nicht hätten gebaut werden können. Diese Situation nutzte "Stadt und Land" schamlos aus ( Ingo Malter wusste, dass er vom Senator Geisel nichts zu befürchten hatte) und kündigte den Flächentausch Anfang Februar auf. Umwelt- und Mieterinteressen spielen keine Rolle mehr. Protest kommt von allen Seiten, auch vom Bezirksamt, das mit hohem Arbeitsaufwand den Flächentausch vorbereitet hatte. Über die aktuelle Entwicklung kann man sich bei der BI Plänterwald informieren.

Im neuen Berliner Koalitionsvertrag steht(S. 14) „Aspekte der Klimaverträglichkeit und der Infrastruktur sollen effektiv in die Planung einfließen“ und noch genauer: „Klimaresilienz und der Erhalt soziokultureller Infrastruktur und grüner Freiflächen sollen Berücksichtigung finden“. Und darum geht es: Unsere existierenden grünen Höfe sind Beispiel für klimaresiliente Wohnanlagen. Genau das braucht Berlin, damit es auch noch in 50 Jahren lebenswert sein kann! Die Planungen von Stadt und Land dagegen sind kurzsichtig und nicht auf Nachhaltigkeit angelegt. Der Wortbruch von Herrn Malter empört die Bevölkerung des Ortsteils in wachsendem Maße. Das sieht nicht aus wie „Bauen für die Menschen“, das ist profane Machtpolitik, die Bedürfnisse und Anliegen der betroffenen Anwohner und auch der eigenen Mieter schlicht ignoriert. Nach diesem Wortbruch ziehen die meisten Bürger ihre Zustimmumg zu all diesen Nachverdichtungsplänen in Plänterwald zurück.

Der erste Baum, der am 24.Februar 2022 im Hof nahe der Neuen Krugallee der maßlosen Nachverdichtung zum Opfer fiel.

Bürgerkomitee Plänterwald und Bürgerinitiative Pro Plänterwald