Aktionen 2004 6. Septemberflyer 2004 Wird ein Vergnügungsgroßbetrieb den Plänterwald platt machen?
Sollen ein Parkhaus im Wald mit 900 Parkplätzen und viele weitere Parkplätze
einem künftigen Investor erlaubt werden? Der Ausbau des
Dammweges und der Kiehnwerderallee auf 9,25m Breite sowie Parkplätze vor dem
Eierhäuschen widersprechen dem geltenden Recht. Der
Bezirk
will daher ein Verfahren zur Änderung der Landschaftsschutzverordnung
einleiten! Der
Senat
plant die Erweiterung der Fläche für den Freizeitpark um fast das Doppelte
gegenüber dem gültigen Flächennutzungsplan. Am 8.9. 2004 war im Berliner
Abendblatt über einen neuen Spreepark zu lesen: "SPD ist für
Neubeginn"; gemeint waren aber
nur alte Hüte, abgetragen von Herrn Witte, der den Ruin des Spreeparks
lautstark begleitete. Wörtlich heißt es im Abendblatt: "Bereits vor Jahren hat die Partei (gemeint ist die SPD) der
BVV vorgeschlagen, das zum Landschaftsschutzgebiet gehörende Areal außerhalb
der derzeitigen Umzäunung aus dem Vertrag herauszulösen und dafür das
Gelände nördlich des Wasserweges zu nutzen. Genau das sieht der geänderte
Flächennutzugsplan jetzt vor. Damit sind nach Ansicht der SPD die
Rahmenbedingungen für das Bebauungsverfahren gesetzt. Kreisvorsitzender
Karl-Heinz Nolte erwartet jetzt von den anderen Parteien innerhalb der BVV und
dem Senat, dass dieses Konzept schnellstmöglich umgesetzt wird." Das alles ist
die Preisgabe des Landschaftsschutzes für den Plänterwald. Sagen sie Ihre
Meinung, protestieren Sie gegen die Zerstörung der Umwelt! Sie haben dazu
Gelegenheit am 21. September ab 18.30 Uhr im Rathaus Treptow. Die Volkshochschule hat zu
einem Bürgerforum eingeladen zum Thema "Stadtgestaltung, Umwelt und Grün
im Plänterwald und in Treptow" mit den verantwortlichen Bezirksstadträten Michael
Schneider und Dr. Dieter Schmitz. Liebe
Bürgerinnen und Bürger, dem Plänterwald droht reale Gefahr! Mischen wir uns
ein! Es ist unser demokratisches Recht. ____________________________________________________________ Presseerklärung vom 17. 08. 2004 Nach Bekanntwerden der bisher gescheiterten Vergabe der insolventen Speepark GmbH an TIVOLI bzw. Grévin wird immer offensichtlicher, dass weitere derartige Vermarktungsversuche aussichtslos sind und nur die Insolvenz noch weiter verschleppen. Die in der Arbeitsgemeinschaft „PRO Plänterwald“ zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen „Keine Autos in den Plänterwald“, Bürgerkomitee Plänterwald und Verein zur Förderung von Umwelt- und Naturschutz in Berlin e.V. (F.U.N.) fordern die sofortige Herbeiführung einer für den Plänterwald sachgerechten Lösung. Wir setzen uns seit Jahren gemeinsam für die Erhaltung des Plänterwaldes und des Landschaftsschutzgebietes in den Grenzen und mit der Zielstellung der Landschaftsschutzverordnung vom 24.09.1998 sowie für die unverzügliche Sanierung und Inbetriebnahme des denkmalgeschützten Alten Eierhäuschens ein. Die Situation zeigt, dass das investorenfixierte FNP-Änderungsverfahren 12/02 und das ebenso auf Besucher-PKW-Verkehr im Wald konzentrierte Bebauungsplanverfahren 9-7 mit falschem Ansatz betrieben werden und auf dieser Grundlage nicht weitergeführt werden sollten. Wir erwarten Neuansätze, die von der geltenden Rechtslage und von Bürgervernunft ausgehen und so einen Beitrag leisten zur Agenda 21 für Berlin. Im 21. Jahrhundert innovativ sein heißt, auch für die Besucher des Plänterwaldes die Gewohnheit zu schaffen, die im Wald versteckten Attraktionen ohne PKW fußläufig zu erreichen und zwar so, wie das z.B.bei der Waldbühne mit Tausenden Besuchern gang und gäbe ist. Wir können unsere begründete Haltung auch so ausdrücken, "... dass sich das Freizeitzentrum flächensparend und naturverträglich in das Waldgebiet einzufügen hat und Eingriffe in Natur und Landschaft auf das geringstmögliche Maß zu begrenzen sind. Insbesondere muss dabei der Baumbestand uneingeschränkt erhalten und jede weitere Versiegelung unterlassen werden. Schließlich ist der motorisierte Zubringerverkehr aus dem Wald grundsätzlich herauszuhalten.” Diese inzwischen im Senat verschüttete Ansicht äußerte Peter Strieder im Jahre 2001. Wir fordern: Zurück zur Vernunft! Die Parlamentarier des Abgeordnetenhauses, die nun aus der Sommerpause zurückkehren, rufen wir auf, endlich die Einhaltung des Beschlusses einzufordern, das Spreepark-Verfahren transparent zu gestalten. Gleichzeitig erwarten wir die Durchführung des von uns angeregten parlamentarischen Anhörungsverfahrens in dieser Sache. Für die Arbeitsgemeinschaft „PRO Plänterwald“ Dr. Erhard Reddig |